Auction house Sotheby's auctions Ten Commandments marble Bible
06 February 2025
52 Kilogramm schwer, 60 Zentimeter hoch und bis zu zwei Millionen Dollar wert: Es ist die älteste bekannte in Stein gemeißelte Inschrift der Zehn Gebote, die Sotheby‘s versteigert.
Eine „Zehn für Zwei“-Aktion der etwas anderen Art: Das Luxusauktionshaus Sotheby‘s verkauft eine 1500 Jahre alte weiße Marmorplatte mit einer bekannten Inschrift: den Zehn Geboten Gottes.
Der Stein wiegt 52 Kilogramm, ist 60 Zentimeter hoch und soll bis zu zwei Millionen Dollar wert sein: Am Mittwoch versteigert das Auktionshaus Sotheby‘s die weiße Marmorplatte, auf der die älteste bekannte in Stein gemeißelte Inschrift der Zehn Gebote zu lesen ist. Vor rund 1500 Jahren meißelte jemand die grundlegenden Gebote Gottes für Judentum und Christentum in Alt-Hebräisch.
Zehn Gebote dienen jahrelang als Fußmatte
Entdeckt wurde der Stein 1913 bei Bauarbeiten für eine Bahnlinie an der Südküste des heutigen Israel, in einem Gebiet, in dem schon frühe Kirchen und Synagogen errichtet wurden. Die Finder waren sich der Kostbarkeit des Steins allerdings nicht bewusst. Die Marmorplatte wurde als Pflasterstein verwendet und landete schließlich vor einem Hauseinstieg – mit der beschrifteten Seite nach oben.
Drei Jahrzehnte lang konnten Passanten über die Zehn Gebote laufen, bis der Stein 1943 an einen Wissenschaftler verkauft wurde. Der Mann hatte erkannt, dass es sich bei der Inschrift auf dem Pflasterstein um den Dekalog handelte, der sich in einer Synagoge oder einem Privathaus befunden haben könnte. Diese Bauwerke wurden entweder von den Römern zwischen 400 und 600 n. Chr. oder von den Kreuzfahrern im 11. Jahrhundert zerstört.
Nur neun statt zehn Gebote
Die 20 in den Stein eingravierten Zeilen entsprechen den Bibelversen im Exodus, die Tafel enthält allerdings nur neun der in der Bibel aufgeführten Gebote, das dritte, „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen“, wurde weggelassen. Stattdessen findet sich auf dem Stein das Gebot, auf dem Berg Garizim im heutigen Westjordanland zu beten, der den Samaritern heilig war.